Noosa Paradise

Hervey Bay – Maryborough – Tewantin – Noosa Heads,
11.-13. Dezember 2019

Heute haben wir Zeit. Wir packen heute unsere Sachen, gehen im Woolworth noch frühstücken und machen uns dann auf den Weg zur Sunshine Coast. Ich habe bereits bei den Recherchen festgestellt, dass das ein Ort ist, an dem man problemlos 3-5 Tage verbringen könnte, ohne dass es einem langweilig wird. Aber Chris hat mich schon kritisch angeschaut, als ich uns für 3 Tage eine Übernachtung gebucht habe. Heute, ein paar Tage später, hat er auch gemeint, hier hätten wir noch bleiben können. Aber die nächste Unterkunft ist schon gebucht.

B382CC89-6534-4653-86B1-6DF02EA975FFAuf dem Weg nach Noosa machen wir einen kurzen Stop in Maryborough. In diesem Ort sind ein paar Gebäude unter Denkmalschutz, die wirklich recht hübsch sind. Außerdem kommt hier die Autorin von Mary Poppins her. Deshalb haben sie aus ihrem Geburtshaus ein Museum gemacht und Mary Poppins eine Statue spendiert. Das Museum kommt mit Chris eher nicht in Frage. Aber den kurzen Gang durch den Ort findet er auch ganz nett.

Dann fahren wir weiter nach Borrow Point am Lake Coothabara. Über diesen See werden wir morgen eine Kajaktour in die Everglades von Noosa machen. Wir haben gehofft, hier schön zu Mittag zu essen. Aber es gibt nur ein Café mit eingeschränktem Angebot. Mein Wrap ist nicht wirklich hungerstillend. Aber dafür war der Weg hierher grün und abwechslungsreich. Und dank Google hat eine Teilstrecke auch über eine Gravelroad geführt.

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Unsere erste Nacht verbringen wir in einem Mobilhome auf einem Campingplatz in Tewantin, das wirklich alles hat was man braucht. Für den Nachmittag wollten wir eigentlich das erste Mal an den Strand, denn hier kann man endlich mal ins Meer. Leider zieht der Himmel gegen 15.00 Uhr zu und wird dunkel, der Wind ist etwas kühl. Also machen wir nur eine kleine Erkundungstour, indem wir durch Noosa fahren und das von lauter Lagunen gespickte Gebiet anschauen. Am Hauptstrand von Noosa finden wir mit Mühe einen Parkplatz und stellen fest, dass es hier offensichtlich ein typischer Ort für die Reichen und Schönen ist.

B4BA2E3D-DA10-4EBC-AB54-3AC073686EB9Die Pizza in der Fußgängerzone kostet 27$ (ca. 17€) und die Hotels am Strand sehen ausgesprochen edel aus. Schließlich bewegen wir unsere faulen Glieder noch auf einer 2-3km lange Tour auf einen Hügel im Noosa Nationalpark, der hier an der äußersten Landspitze in beeindruckender Größe erhalten wurde und mehrere interessante kleine Wandertouren bietet, die wir morgen noch weiter nutzen werden. Ein Grummeln des Himmels droht mit einem Gewitter, das – als wir wieder am Auto sind – aber nicht wirklich zustande kommt.

Für die Kajaktour mit den KanuKapers am nächsten Morgen stehen wir wieder früh auf, packen alles ins Auto und fahren zum Treffpunkt. Es gibt zahlreiche Gäste, die eine Kajaktour ohne Guide gebucht haben, die kostet auch 100,-$ weniger. Wir haben uns aber lieber den Guide geleistet. Ist interessanter und entspannter. Er heißt auch Chris und ist ein lustiger Kerl. Mit uns sind noch zwei andere Gäste unterwegs – Jeff und Vanessa aus Texas.

C8A851B6-DCD2-44CD-BAA4-BCD53B7BFB33.jpegZuerst paddeln wir über eine Stunde über den 10 km langen See. Am Eingang der Everglades stoßen wir auf einen Trupp Pelikane, die sich hier wohl regelmäßig aufhalten. Dann geht es in die Kanäle, die überraschend breit sind. Auf Chris Frage hin erklärt Chris (der Guide), dass Everglades immer Sand als Grundlage habe. Hier reicht der Sand 4,9 km in die Tiefe! Es gibt hier mehr Sand als in der Sahara. Und keine Krokodile – sonst würde er hier nicht mit dem Kajak fahren. Der See ist oft nur 40cm tief, an der tiefsten Stelle nur 2m. Aber er ist salzig und nachmittags mit Wind und Wellen gesegnet. Deshalb ein perfekter Ort, um Windsurfen zu lernen.

Die Kajaks liegen wirklich gut im Wasser und es ist weniger schlimm als Chris (mein Mann) befürchtet hat – er hat dieser Tour nur mir zuliebe zugestimmt. Mir gefällt die Kombination aus Anstrengung und ruhiger Idylle. Chris (der Guide) erklärt uns immer wieder die Vogelwelt, die hier die vorherrschende Tierwelt ausmacht. Zum Beispiel Kormorane, die im Wasser jagen. Leider müssen sie dann immer irgendwohin sitzen und ihr Gefieder trocknen, bevor sie erneut auf Jagd gehen, weil ihr Gefieder weniger wasserabweisend ist als das der Enten.

Man sieht im Hintergrund einen, der sein Gefieder trocknet.
Oder er erzählt uns vom sacrificed leave der Mangroven. Die Mangroven wachsen ja in Salzwasser. Aber sie brauchen salzarmes Wasser um zu überleben. Deshalb hat jede Mangrove ein gelbes Blatt, das die ganzen Stoffe abbekommt, die der Mangrove nicht guttun, zugunsten aller anderen. Weired!

01D32CDE-B4DF-4F0E-B0FD-A89C112BAC67Mittlerweile haben wir Süßwasser-Kanäle erreicht. Obwohl hier im Oktober ein Buschfeuer gewütet hat, breiten sich viele neue grüne Triebe aus und der Kontrast von grün und schwarz sieht toll aus. Das Wasser ist extrem dunkel, aber trotzdem klar. Das liegt an den Teatrees, die hier wachsen. Ihre Tanine färben das Wasser ein wie Schwarztee. Das soll sehr gut für die Haut sein, weshalb wir hier auch ein kleines Bad nehmen.

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Zum Lunch tischt Chris (der Guide) richtig auf, mit Kürbis-Spinatsalat, Avocado, Hummus und Lachs übertrifft er alles, was wir bisher auf Touren hatten und alle greifen kräftig zu. Wir haben ja auch ordentlich gearbeitet.

Auf dem Rückweg hat der Wind aufgefrischt. Wir haben zwar Rückenwind, aber wir werden Richtung Ufer getrieben und müssen permanent die Richtung korrigieren. Zum Glück haben die Kajaks ein Steuerruder, das ich mit dem Fuß bedienen kann. Gelegentlich treffen die Wellen so hoch seitlich auf das Boot, dass Wasser ins Boot schwappt. Als wir unsere Ausgangsbasis wieder erreichen, sind wir alle ein bisschen geschafft. Hut ab vor den Kajaks, die mit zwei Mädels besetzt sind. So ein kräftiger Mann im Rücken entlastet schon ordentlich.

DB358227-C037-4E0F-9BD8-4F602EC685F1Wir wechseln jetzt zu einer neuen Unterkunft – Flashpackers Noosa, ein echtes Backpacker-Hostel. Wir haben eine private room ensuite. Das bedeutet, wir sind nicht in einem Schlafsaal, sondern in einem Doppelzimmer mit eigenem Bad. Und das ist in diesem Backpacker besser als in allen Hotels vorher. Aber es kostet auch 120$ pro Nacht. Das ist die teuerste Übernachtung bisher – mal abgesehen von der Spirit of Freedom. Noosa ist generell ein sehr teures Pflaster. Einfach weil das noch mehr entdeckt haben, dass es hier extrem schön ist.

Die Dusche geht nach hinten raus in den Garten und ist in diese Richtung verglast und mit einem Regenwald-Duschkopf ausgestattet. Da hier Palmen stehen, hat man tatsächlich ein bisschen das Gefühl im Regenwald zu duschen – wenn keiner dahinten rumschleicht!

Auch heute Nachmittag fängt es gegen 15.00 Uhr an, sehr grau am Himmel zu werden, ab und zu donnert es und ein Wind frischt auf. Also wieder nix mit Beach. Aber morgen machen wir das ganz sicher! Stattdessen genießen wir einen ausgedehnten Mittagschlaf.

Ich habe mich schon am Tag vorher inspiriert gefühlt, hier mal sticky rice mit Mango zu machen, weil es hier zur Zeit massenhaft Mangos für 1$ gibt. Das ist ein typisch thailändisches Gericht/Dessert aus einer Art Milchreis, der in Kokosmilch gegart und mit frischen Mangos serviert wird. Da jedes Backpacker über eine Küche verfügt, ist das der perfekte Moment, um den Plan in die Tat umzusetzen.

E64742CF-A053-4A58-918D-7092E9AEECE6Als ich in der geschäftigen Backpacker-Küche koche – die jungen Leute machen sich hier alle was zu essen, es geht zu wie in der Großküche – fragt mich der junge Mann neben mir, was ich denn für ein Curry mache. Es riecht bei mir nämlich intensiv nach Kokosmilch. Als ich ihm sage, was ich koche, gerät er ins schwärmen, denn auch er war schon mal in Thailand im Urlaub. Beim Essen sitzen wir nebeneinander. Und als Chris und ich satt sind, bieten wir ihm und einem Kanadier neben uns die Reste als Dessert an. Die Jungs freuen sich sehr und wir unterhalten uns 1,5 Stunden angeregt über Politik und Klima. Dann bestehen sie darauf, den Topf von uns zu spülen, wenn sie schon so lecker mit verköstigt wurden.

Am späten Abend drängle ich Chris noch, die Buchungen rund um Weihnachten vorzunehmen, denn ab 15.12. beginnen hier die Schulferien, und dann könnte es hie und da eng werden. Außerdem buchen wir für die Neuseelandreise Schwimmen mit Delfinen – extrem wenig Plätze und gerade noch buchbar für das Ende unserer Rundreise auf der Südinsel, die wir im Januar mit Noah gemeinsam unternehmen werden.

Am nächsten Morgen frühstücken wir wieder relativ zeitig, denn wir wollen eine ca. 10km lange Wanderung durch den Noosa Nationalpark machen und nachmittags endlich an den Strand gehen. Mit Body Boards – kleine Boards mit denen man die hier vielfach zu findenden Wellen auf dem Bauch reiten kann. Und die kann man in unserem Backpacker umsonst leihen.

Die Wanderung ist ungeheuer abwechslungsreich – durch Eukalyptuswald, am Strand, an der Küste entlang, durch Regenwald und sie ist wirklich sehr gut ausgeschildert. Es geht bergauf und bergab und manchesmal ist der Weg ähnlich sandig wie auf Fraser Island.

Hier ist nochmal ein Baum, der von einem Figtree gekapert wird.

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Und das sind Grastrees, die erst Opfer eines Buschfeuers werden müssen, bevor sie erneut wie Phönix aus der Asche daraus hervorgehen.

In der Teatree Bay sehe ich endlich den ersten Koala in der Wildnis. Man erkennt ihn gut daran, dass Menschen stehen bleiben und nach oben zeigen. Ein wirklich knuddliges Exemplar.

IMG_5671Als wir gegen 13.00 Uhr wieder im Backpacker sind, gönnen wir uns ein Sandwich zum Lunch und wollen dann endlich zum Strand. Aber schon donnert es wieder und der Himmel ist schwarz. Und kurz darauf fängt es tatsächlich an zu schütten – das erste Mal seit wir hier sind. Na gut, dann machen wir halt wieder einen Mittagschlaf. Erschöpft genug sind wir.

0A354DF5-0F9C-4462-977A-C5E8006A99FFKurz vor 4 hat sich der Regen verzogen und der Himmel hat ein bisschen aufgeklärt. Also packen wir doch noch unsere Badesachen, wenn auch ohne Bord – vielleicht gehen wir ja doch noch ins Wasser. Auf jeden Fall wollen wir mal zum Strand.

Unten angekommen ist der Lifeguard noch eine halbe Stunde da. Auf einer Tafel steht, dass die Tide gerade abnehmend ist und es deshalb leichte Unterströmungen weg vom Strand gibt. Man muss sich immer in einem relativ engen Korridor aufhalten, weil links und rechts davon die Surfer sind, zumindest am Sunshine Beach, an dem wir uns gerade aufhalten. Als wir ins Wasser gehen, liegt die Wassertemperatur bei 23 Grad. Beim Tauchen waren es eher 26 Grad oder mehr, der Unterschied ist deutlich. Und die Unterströmung ist gewaltig und deutlich zu spüren. Gegen die Strömung schwimmend bewegt man sich quasi auf der Stelle. Wir schmeißen uns in die Wellen und genießen die Brandung, aber als der Lifeguard die Fahnen abbaut, weil er Feierabend hat, ziehen wir es vor, ebenfalls aus dem Wasser zu gehen. Die Gefahr ist hier nicht zu unterschätzen, obwohl wir beide gute Schwimmer sind. Dieses Vergnügen war kurz, aber schön.

Wir trinken noch ein Bier in einer Bar in der Nähe, gehen zurück ins Backpacker, waschen noch eine Runde Wäsche und essen eine Runde Würstchen, die hier heute umsonst von der Unterkunft ausgegeben wird. Den Abend über schreibe ich den Blog, denn morgen geht es weiter ins nahe, aber sehr interessante Hinterland von Noosa, zu neuen Abenteuern und einer neuen Unterkunft.

 

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