Tanz auf dem Vulkan?

Turangi, 1.-3. Februar 2020

Eigentlich wollten wir heute nach Napier fahren. Das ist ein Ort an der Ostküste, der ganz hübsch sein soll. Aber die einzige Unterkunft, die es dort gab, hat über 2000$ gekostet.😳🤪 Wahrscheinlich weil es Wochenende ist. Aber so hübsch kann der Ort garnicht sein, dass sich das lohnt.

A56AB14D-283A-49D8-B061-501A3B58C8C4Deshalb sind wir direkt zum Lake Taupo gefahren. Am südlichen Ende des Sees ist der Tongariro Nationalpark mit ein paar Vulkanen. Und es gab massig freie Unterkünfte. Unsere Wahl viel auf das hübsche Turangi Bridge Motel, das direkt an der Brücke über den Tongariro River liegt. Die Fahrt hat etwa 4,5 Stunden gedauert.72D3A3AF-9EF9-4619-9E20-9EF62E1C4E9B

Auf der Veranda vor unserem Zimmer haben wir noch die hübsche Abendstimmung genossen, denn heute ist das Thermometer bis auf 30 Grad geklettert. Und wir sind 100m weiter auf die Brücke, um uns den Fluss anzusehen. Das war es auch schon an Aktivität. Das Restaurant des Motels ist bei Trip Advisor zu Recht hoch geratet. So hatten wir es nicht weit für ein leckeres Abendessen.  

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Am nächsten Morgen sind wir ins Visitor Center, um uns beraten zu lassen, wo wir am besten eine kurze Wanderung absolvieren können, die zu uns passt. In mehreren Blogs habe ich über das Tongariro Alpine Crossing gelesen. Und Chris hat damit geliebäugelt, als er von anderen Touristen gehört hat, dass es DAS must-do ist, weil es über die aktiven Vulkane hinweg führt. Aber nach ein bisschen Info hat er mir zugestimmt, dass wir das lassen sollten. Schließlich sind es 20km, über weite Strecken steil bergauf und man muss mit 6-8 Stunden Marschzeit rechnen. Außerdem ist es kein Circle, so dass man ein Shuttle hin und eins zurück buchen muss. (Und ja, das obendrauf ist Schnee!)

89FA43CC-8E37-4B44-AE95-B5627ED6E6C7Nach Studium der Karten war Chris alternativer Vorschlag, mit der Seilbahn auf den Ruapehu zu fahren und dort den Skyline Walk zu machen, der 3-4 Stunden dauern sollte. Allerdings wurde uns im Visitorcenter davon abgeraten, weil es sehr windig ist und heftige Sturmböen dazukommen. Sie hat gemeint, das könnte heute gefährlich werden. Stattdessen hat sie uns den 3 Stunden Walk zu den Taranaki Falls am Fuße des Vulkans empfohlen. 

6CF1A114-C6C7-4A6D-A2E6-1C95D5F5BA53Auf dem Weg dorthin, ca 40 Minuten mit dem Auto, sind wir an einem tollen Lookout vorbei gekomnen, an dem man die vulkanische Landschaft gut erkennen kann.

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Der Weg unserer Wanderung war extrem abwechslungsreich. Zuerst sind wir durch Macchia, also Gebüsch und Gestrüpp und – zu meiner Verblüffung – einer ganze Menge Heidekraut gelaufen.

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Da vom Vulkan oben immer wieder Bäche nach unten fließen, wird der Weg 3-4 Mal von kleinen Tälern gekreuzt, in deren Sohle eben dieser Bach fließt. Links und rechts vom Bach gibt es dann etwa 50-100m regenwaldartige Bewachsung.

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Schließlich kommen wir an einem kleinen hübschen Wasserfall vorbei und sind nicht sicher, ob das die Taranaki Falls sind. Er hat sich ganz schön tief in den Boden gegraben. Laut meiner Uhr haben wir aber 500m zu wenig zurückgelegt.

Aber es ist ein Rundweg, also gehen wir sowieso weiter. Rechts tut sich eine Steilwand auf, die aus sehr festem vulkanischem Gestein besteht. Und dann sehen wir den eigentlichen Wasserfall.

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Allerdings wundern wir uns auch auf dem Rückweg noch ein bisschen, weil so vulkanisch sieht es hier garnicht aus.

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Schließlich realisieren wir, dass es eben einige erkaltete Lavaströme gibt, die noch gut zu erkennen sind, aber nicht auf den ersten Blick auffallen. Im Visitorcenter hier vor Ort erfahren wir, dass es 1995/1996 größere Ausbrüche gab und 2007 eine große Lavaschlammlawine bis in den einige Kilometer entfernten See abging, die auch eine Ecke des Vulkankraters abgerissen hat. Nebenbei haben wir auch noch erfahren, dass das Tongariro Alpinecrossing heute geschlossen ist wegen schlechtem Wetter. Wussten wir eh….

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Schließlich wollen wir uns die Gondel noch aus der Nähe ansehen, um zu entscheiden, ob wir sie doch noch nutzen für einen Blick von oben. Eigentlich ist sie ja für das Skigebiet hier gedacht. Bei der Fahrt den Berg hoch wird die Gegend immer mehr so, wie man es sich am Fuß des Vulkans vorstellt. Und das Skigebiet haut uns echt um.

23B55C75-D183-4E74-8EB5-7A7EB7A7B65FHier braucht es wirklich viel Schnee, bevor man die Skier auspackt! Diese kleinen Dinger im Bild sind übrigens Schneekanonen.

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Auf die Gondel haben wir letztendlich verzichtet, weil sie nicht wirklich so hoch rauf fährt, dass man von der Bergstation einen guten Blick hat. Aber die Fahrt hier hoch hat sich bei diesem Anblick allemal gelohnt.

DE389FD3-65DC-4905-B2A7-36F3CC2775E2Nach einem späten Mittagessen aus dem Supermarkt in unserem Motel ist die Frage, was wir mit dem Rest des Nachmittags machen. Eigentlich ist es heiß, also gehen wir zum 3km entfernten Lake Taupo zur eingezeichneten Badestelle. Aber der Wind ist heftig und kühl, der See wirft ordentlich Wellen und uns zieht es nicht wirklich ins Wasser. Stattdessen fahren wir nach Tokaanu, wo es ein kleines Thermalbad mit vulkanisch beheiztem Wasser für unsere müden Glieder geben soll.

Direkt neben dem Bad gibt es einen kleinen Rundweg durch das vulkanische Gebiet, zu dem wir uns doch noch aufraffen und am Anfang nicht besonders begeistert sind. Irgendwelches Gebüsch und Wasserlöcher. Aber es riecht schwefelig. Plötzlich höre ich es blubbern, wie von kochendem Schlamm. Und tatsächlich, hier spritzt tatsächlich der Matsch hoch. Aber bis der Foto draußen ist, hört es schon wieder auf. Am nächsten Teich steigt ganz sachte Dampf auf.

Dann sehen wir einen Teich, an dem sich Silikate oder Schwefel abgesetzt haben und seltsame Strukturen bilden. Irgendjemand hat sich hier über die Dramaturgie des Weges ernsthaft – und erfolgreich – Gedanken gemacht. Und tatsächlich, zum Schluß schlägt uns eine richtig heiße Dampfwolke ins Gesicht, die über einem weiteren Wasserloch aufsteigt.

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Ok, alles klar, wirklich vulkanisch! Das Schwimmbad ist ein kleines Becken mit mehr als einfachen Facilitys, aber wir und unsere Muskeln genießen die kuschlige Wärme sehr. Ein wunderbarer Abschluss für diesen Tag.

10DC58BA-9F34-4050-AE2C-869FF899CFFDAm nächsten Tag ist Chris mal wieder über seinen Schatten gesprungen, liebenswerter Weise sogar auf seinen Vorschlag hin. So haben wir kurzfristig Horseriding gebucht, obwohl er da keine guten Erinnerungen daran hat, als wir das vor vielen Jahren im Zion Nationalpark gemacht haben.

13422447-5D7D-447D-87C7-9D9FA9D2A793Dort hatten wir Westernsättel mit einem großen Horn. Und immer wenn wir bergab geritten sind, hat er sich gefragt, wie andere Männer das machen.

349C0C7A-670A-4B2E-B823-70499325E6A6Diesmal hatten die Sättel kein Horn. Und er hat festgestellt, dass Reiten weit vor Kajak fahren kommt.

B6955C70-2142-4A29-B1B1-E47364A8911BTatsächlich waren wir die einzigen bei dieser Tour am späten Vormittag. Und es war sehr gemütlich, im Schritt durch Wald und Bach zu reiten.

B4909FF9-9FEA-4239-980E-26DDEDA00479Das Unternehmen gehört einem Maori und seiner weißen Freundin, die uns heute geführt hat. Sie hat erzählt, dass wir hier auf Stammesgebiet reiten.

Ohne ihren Freund wäre das so nicht möglich. Und sie hat erzählt, dass die Pinien ringsum von den Maori von Hand angepflanzt und nach 30 Jahren geerntet und überwiegend nach China und Indien verkauft werden.

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Chris Pferd war übrigens so faul, dass er immer mit einem kleinen Zweig seine Flanke tippen musste, damit er nicht einschläft beim Gehen. Zum Abschluss galt es nur noch, möglichst elegant von diesem Pferd wieder runter zu kommen. Chris hat sich da besonders hervorgetan 😉

Im Anschluss sind wir glücklich und zufrieden nochmal an den See, denn heute ist es nur noch heiß und nicht mehr windig. Da sind wir gerne ins Wasser rein.

A4015EF8-9625-40F3-99FE-26800392C19ADer See hat ungefähr 20 Grad und ist soweit wir kamen keine 1,50m tief. Aber die tiefste Stelle ist angeblich 138m. Danach hat sich Chris einen der vielen Bimssteine am Ufer gesucht und Fußpflege betrieben. Die muss man bei uns im Laden teuer kaufen. Jetzt waren wir abgekühlt und bereit, uns auf den Weg nach Taupo zu machen.

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