Wie scharf ist Little India?

16. November 2019

Wir haben noch einen Tag in Singapur. Den gilt es maximal zu nutzen. Gleichzeitig müssen wir der leichten Benommenheit Rechnung tragen, die uns doch noch verfolgt. Also geht die Reise zur Sentosa Island, eine Insel mit lauter Attraktionen. Dort wollen wir uns als Einstimmung aufs Tauchen das S.E.A. Aquarium anschauen.

Mit der MRT ist man in Singapur schnell unterwegs. Dann erstmal Kaffee im Einkaufszentrum. Und mit dem Cable Car (Seilbahn) auf die Insel. Ist alles inklusive im Stopover-Programm von Singapur Airlines, das wir gekauft haben. Als Schwaben ist es Pflicht, dieses maximal auszureizen.

Das Aquarium ist fantastisch. Und hat eines der größten Becken der Welt mit allem, was die Unterwasserwelt zu bieten hat, inklusive drei Mantas.

Dann haben wir uns noch ein völlig überflüssiges 4D-Abenteurfilmchen angeschaut, mit blinden Flecken auf der 3D-Brille und ruckelnden Sitzen. Aber schließlich war das umsonst 🙂

Nächstes Ziel: Little India und ESSEN! In Singapur gibt es an jeder Ecke und zu jeder Zeit alles mögliche zu essen. Aber uns faszinieren besonders die Markthallen. So auch in Little India. Dort gibt es Essen auf Bananenblättern, das dann mit der rechten Hand in den Mund geschoben wird. Die linke ist für den Toilettengang reserviert. Garnicht so leicht, das im Kopf zu behalten während dem Essen. Meine größte Sorge: Wie scharf ist das? Ich mag ja scharf, aber bitte nicht so viel, dass man nichts mehr schmeckt. Andererseits verhindert die Schärfe eben auch unangenehme Überraschungen.

Nachdem wir uns umgeschaut haben, gab es ein mildes Butter Chicken (5S$), das für unsere Verhältnisse schon unter scharf läuft, und verschiedene Gemüse (2S$). Und ausgebackenes Irgendwas, das man in eine rote, süßliche Soße getunkt hat. Vielseitig, lecker und sättigend, damit die Energielevel wieder steigen. Mitten durch Schlachterstände und Fischstände, die intensiv duften geht es raus ins kunterbunte Little India.

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Besonders lustig finde ich die Touristen – meistens Asiaten, aber auch andere, wie oben zu sehen – die sich vor einem Motiv für den fotografierenden Partner in Pose geschmissen haben, mit starrem Grinsen, gerne hochgeworfenem Arm auf etwas deutend oder anderen skurilen Posen. Eine Asiatin hat sich dafür so vom Bürgersteig in die Straße gebeugt, damit der Hintergrund auch passt, daß Chris und ich gespannt gewartet haben, ob es sie auf die Nase haut.

Und natürlich haben wir hinduistische oder buddhistische Tempel und Moscheen bewundert,

bis Chris sich Blasen gelaufen hat und meine Füße fast abgefallen sind. Und dann habe ich eine Entdeckung gemacht. Das Internet – ich  habe es gefunden, mitten in Little India.

EE736265-B338-4B3B-843C-E09A751C7766Gegen 5 waren wir reif für eine Pause im Hotel. Die hat Chris im Bett verbracht. Ich habe lieber den Pool getestet und im lauwarmem Wasser meine Muskeln gelockert. Und dabei mein Wunschprogramm für den Abend entwickelt: Bootfahrt mit dem Bumboot, Abendessen im arabischen Kompong Glam und dann Night Safari im Singapore Zoo. Da kann man mit einem Zug nachts durch den Zoo fahren und die nachtaktiven Tiere beim Jagen und Fressen beobachten.

Chris war überrumpelt von diesem ehrgeizigen Programm hat aber tapfer mitgezogen. Und auch heute hatte ich den ganzen sein ‚links’ im Ohr. Ich glaube echt, ich bin zu blöd dafür. Um 6.30 Uhr sind wir los und haben auch schnell einen Platz auf einem Boot erwischt. Bei warmen 27-29 Grad schipperten wir den Fluss rauf und runter – das fühlt sich wie Urlaub an. Und entlastet die Füße.

Danach sind wir mit der Metro nach Kompong Glam gefahren und haben uns in das Gewühl schmaler kunterbunter Gässchen mit Läden, Kneipen und soviel Musik gestürzt, dass man meistens mindestens zwei Künstler gleichzeitig gehört hat. Das war dem Genuß nicht förderlich, weshalb wir uns dann doch in einer Seitenstraße ein libanesisches Restaurant ausgesucht und Mezzeh und Lamm Shawirma gegessen haben. Und dann aufgebrochen sind zur Night Safari. Ich wollte das unbedingt.

Die Metrostation hatte ich schon rausgesucht. Wir mussten unsere Tickets auf jeden Fall vor 11pm kaufen. 21.30 sind wir also gestartet. Am Ziel stellte sich heraus, dass noch eine Busfahrt von 30 Minuten dazu kommt und der nächste Bus in einer halben Stunde fährt. Und es war schon kurz nach 10Uhr. 😦

Vielleicht hätte es mit einem Taxi zum Zoo noch gereicht, aber da unser Taxi zum Flughafen am nächsten Morgen um 6.15 Uhr fahren sollte, wurde es Chris dann doch zu spät, zumal die Tour eine Stunde gedauert hätte.

Ich war wirklich enttäuscht. Unverrichteter Dinge sind wir wieder zurückgefahren und es galt, die Enttäuschung zu schlucken. Chris meinte „Wir schauen uns das nächstes Mal an.“ Aber ich glaube, das ist dann doch unwahrscheinlich….

Ein Glas Wein am ruhigeren Robertson Quai beschloss den letzten Abend in Singapur. Aber egal, morgen fliegen wir nach Darwin. Auf zu neuen Abenteuern.

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