Klimaschutz und Ureinwohner

22. November 2019

Zurück in Darwin haben wir den Abend genutzt um zu waschen und waren dann noch was essen. Die Luft ist kühler als in den letzten Tagen, aber nach ein paar Stunden fühlt es sich an, als ob die Schwüle weiter zunimmt. In dieser Zeit des Jahres sind wenig Touristen da.

Heute Abend fliegen wir nach Cairns, weil Jet Star den Flug vom Morgen auf den Abend verlegt hat. Morgens schreibe ich den Blog vom Vortag fertig. Jeder Blog dauert mit Auswahl und Hochladen der Bilder ungefähr zwei Stunden. Man sortiert dabei die Gedanken, rekapituliert was war. Ohne den Blog würden die Erinnerungen verschwimmen und sich vermischen. Aber so ist es, als ob man alles nochmal erlebt. Und wenn Chris beim Lesen lachen muss, ist das gleich noch viel besser….

Danach laufen wir ne Weile durch Darwin bis wir gleichmäßig durchweicht sind, bewundern den menschenleeren Strand, weil man hier ja nicht ins Wasser kann und essen was in der Marina.

Im Hotel haben wir einen Late Check Out. So können wir nochmal duschen, bevor wir zum Flughafen fahren.

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Das ist eine gute Gelegenheit etwas von dem zu erzählen, was ich über Australien erfahren habe, wofür aber dank der Fülle an Ereignissen in den letzten Blogs kein Platz war. So habe ich Adam zum Beispiel gefragt, warum in einem Staat, der so viel Sonne hat, keine Solarenergie genutzt wird. Ich habe kein einziges Solarpanel gesehen. Dabei wird hier in den Tagesstunden massenhaft Energie für Klimaanlagen verbraucht. Greta wurde auch in Australien registriert und es gab auch Freitagsdemos. Aber die Regierung ist laut Adam nur an der Ökonomie interessiert und Umweltthemen sind nicht genügend von Bedeutung. Australien ist in Trumps Schlepptau auch aus dem Klimapakt raus. Man hatte spekuliert, dass bei der nächsten Wahl ein Richtungswechsel erfolgen wird. Dem war aber nicht so.

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Tatsächlich wird im Outback, wo riesige Flächen zur Verfügung stehen, demnächst ein riesiges Solarfeld gebaut – im Auftrag von Singapur, denen die hier gewonnene Energie dann zur Verfügung gestellt wird. Adam hofft, dass vielleicht mal einer drauf kommt, dass diese Technologie auch für Australien sinnvoll sein könnte. Auch hier dominieren auch noch die Kohlekraftwerke, ein AKW wird diskutiert. Gleichzeitig hat eine aktuelle Studie ergeben, dass eine Klimaerwärmung um 2 Grad die Temperaturen in Darwin um ca. 10 Grad steigern werden, da es zu Kumulierungseffekten kommen wird. Und Temperaturen von 44 Grad sind halt nicht witzig. Wo man schon jetzt beim kalt duschen ungefähr 37 Grad warmes Wasser aus dem Hahn bekommt.

Deckengemälde in einer Passage

In Darwin fallen uns immer wieder die Ureinwohner auf, die zu zweit oder dritt auf den Gehsteigen sitzen, betteln, verwirrt wirken oder in Mülleimern wühlen. Adam meint, das sind in der Regel aus der Community ausgeschlossene Aborigines. Tatsächlich hat dieses Volk eine 65.000 Jahre alte Kultur in Australien, besteht aus ca. 250 verschiedenen Nationengruppen und inklusive Dialekte vertreten sie auf diesem Kontinent über 500 verschiedene Sprachen. Die Aborigines gibt es eigentlich gar nicht.

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Man hat ihnen mittlerweile Teile ihres Landes wieder zurückgegeben. Dazu gehört zum Beispiel das Gebiet des Ayers Rock, heute Uluru genannt, der Katherine Nationalpark und auch der Kakadu Nationalpark. Im Katherine Nationalpark ist es gelungen, dass sie seit kurzem sämtliche Angebote für Besucher auf eigene Rechnung und in Eigenregie betreiben. Da bei diesem Volk die spirituellen und sozialen Anforderungen über den ökonomischen stehen, ist die Zusammenarbeit im touristischen Bereich sonst eher schwierig. Wird aufgrund plötzlicher Ereignisse die Anwesenheit des Stammes bei Zeremonien erforderlich, kann eine gebuchte Kultur-Tour für Touristen kommentarlos ausfallen, was natürlich bei den Veranstaltern zu Problemen führt.

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Deshalb ist es schon eine Herausforderung, die verschiedenen Stämme der Aborigines mit ihrer uralten Kultur in die modernen Rahmenbedingungen von Australien zu integrieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, auf ihre Art und nach ihren Erfordernissen ihr Auskommen zu sichern.

Das war jetzt ein kleiner Einblick in all die Geschichten und Erzählungen, die wir auf dieser Reise bekommen. Ich finde das megaspannend. Für alle, die das weniger interessiert oder eh schon wissen, habe ich wenigstens ein paar hübsche Bilder eingefügt :-). Das folgende ist übrigens eine Lichtinstallation – leuchtet bei Nacht grün. Und besteht aus lauter Plastikflaschen.

Und morgen erwarten uns neue Abenteuer, diesmal im Regenwald von Cairns.

3 Kommentare zu „Klimaschutz und Ureinwohner

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  1. Liebe Gisela, lieber Christ,

    Es macht Spaß, Eure Reise auf diese Weise mitzuerleben. Da kommen bei uns auch viele Erinnerungen hoch, obwohl unsere Australien Reise schon einige Jahre zurück liegt (Ende 1997 – Mitte 1998). Der weihnachtlich geschmückte Flughafen in Singapur hat uns sehr verwundert.
    Wir haben auch viele Touren mitgemacht, auch im Dschungel. Die vielen Fliegen kennen wir gut, wir hatten uns einen dünnen Netz über den Kopf und Hut gestülpt, das hat geholfen. Die Schlangen, Krokodile und die schönen Strände, wo man leider nicht baden kann, das hatten wir auch alles miterlebt.
    In Cairns waren wir am Silvester 1997.
    Euch noch sehr viel Spaß und ich freue mich auf den nächsten Blog!
    Lieben Gruß
    Judith

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  2. Hey Ihr Beiden, ich bin ja echt sprachlos, ob der Unwirtlichkeiten, die Ihr Euch da reinzieht😨ich fürchte allerdings- Euch machts tatsächlich SPASS! Jedenfalls grusel ich mich mit grossem Vergnügen im gemütlichen Heim und freu mich auf den nächsten spannenden Beitrag …
    Liebe Grüße aus der vorweihnachtlichen Heimat😙

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    1. Ein bischen Gruseln macht doch Spaß, mir zumindest. Beim Schwimmen im See mit Krokodil kannte ich das schon – nur dass letztes mal der Guide erst mitten im See erzählt hat, dass im See Krokodile leben. Ist aber schon nochmal anders , wenn man es tatsächlich vorher gesehen hat, und ein Tag vorher bei der Krokodilfütterung zugeschaut hat.
      – Chris

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